Chaos im und mit System

Allmählig erreichen einige Zustände in Namibia ein Ausmaß, da hilft „Hände übern Kopp zusammenschlagen“, „Augen zu und durch“, „Kopfschütteln“ und sämtliche weitere Varianten nicht mehr aus, um zu beschreiben, was hier gelegentlich abgeht.

Seit geraumer Zeit gibt es einen Handelsstreit zwischen Namibia und Südafrika. Beider Länder überbieten sich gerade in stumpfsinnigen Einfuhrquoten und – verboten. Aktuell ist es die Milch. D.h. es gibt entweder mal nur Vollmilch oder nur Fettarme Milch, oder wie letze Woche: gar keine Milch. Folgendes Bild ist zwei Wochen alt.

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Vor einigen Wochen viel Air Namibia ein, dass zwei Wochen später die Lizenz für Gefahrengut-Transporte ablaufe, wenn man sich nicht um alle Anforderungen und eine Verlängerung der Lizenz kümmern würde. Es kam was kommen musste, und selbst eine zweiwöchige Überziehungsfrist hat keinen gekümmert. Gefahrgut kann nun seit drei Wochen nur noch über den Landweg ins Land gebracht werden.

Gestern gab es einen Super-Gau am internationalen Flughafen Hosea-Kutako bei Windhoek. Grund war die Sicherheitseinstufung des Flughafens. Um sich in der Kategorie 9 halten zu können, muss der Flughafenbetreiber dauerhaft drei voll einsatzfähige Löschfahrzeuge rundum die Uhr bereit halten. Zum gestrigem Prüfungstermin funktionierte aber nur noch eins!
Jetzt kommt der spaßige Teil: Dadurch rutschte der Flughafen in die Kategorie 5 ab, was zur Folge hatte, dass Air Namibia mit ihren Fliegern weder landen noch starten durfte. Diese wiederum über Botswana umgeleitet und mittels jeweils zwei kleineren Maschinen ersetzt werden mussten. Was nicht nur für Verspätungen sorgte. Diese Umleitung will AirNamibia jetzt nach Johannesburg umleiten, weil man vor 2 Monaten das Büro im Flughafen Gaborone (Botswana) geschlossen habe. Der Flug von Windhoek über „egal wo“ nach Frankfurt klappt aber auch nicht. Weil in Frankfurt Nachtflugverbot herrscht. Da die Maschinen jetzt „zuspät“ in Frankfurt ankommen, werden diese wohl nach Erfurt umgeleitet.
Neue Löschwagen sind zwar schon bestellt und teilweise auch geliefert, aber das Personal muss darauf erst noch geschuld werden und das wird bis zu 5 Tage dauern. (Als ob die zuvor das Teil noch nie gefahren wären 😀 )
Mein Flug am 1.8. ist scheinbar nicht betroffen. Wobei mir schleierhaft ist, warum SAA starten/landen darf, obwohl die größere Maschinen haben als AirNamibia, welche nicht starten/landen darf.

Dabei haben sehr viele Unternehmen in Windhoek noch sehr gut den Ausfall der Scanner-Anlage im Zollbereich des Hosea-Kutago-Flughafens in Erinnerung. Auf Grund des Ausfalls hat man die Pakete einfach nicht mehr bearbeitet und liegen lassen, bis sich auf Grund massiver Beschwerden das Transportministerium einschaltete. Erst nach fast zwei Wochen hat man angefangen! die Anlage zu reparieren.

heute habe ich versucht N$ in US$ zu tauschen, da ich einige in Vietnam benötigen werde.
ExChangeCash: Wofür brauchen Sie die denn ?
Ich: Für Urlaub.
ECC: Wo fliegen Sie denn hin ?
Ich: Vietnam und Laos.
ECC: Wohin ?
Ich: Vietnam und Laos.
ECC: *komischer Gesichtsausdruck*
Ich: Südlich von China.
ECC: *komischer Gesichtsausdruck*
Ich: Wieso müssen Sie wissen wohin ich fliege, um mir US$ zu verkaufen ?
ECC: Wann fliegen Sie denn ?
Ich: Verkaufen Sie mir nun US$ ?
ECC: Haben Sie einen Nachweis für Geld ?
Ich: ? Ich zahle bar.
ECC: Ich brauche einen Nachweis, dass das Geld ihnen gehört.
Ich: Das ist mein Geld, ich habe immer etwas zu Hause.
ECC: Haben Sie einen Auszahlungsbeleg dafür ?
Ich: Nein. Verkaufen Sie mir nun US$ ?
ECC: Ja, aber das dauert.
Ich: wieso und wie lang ?
ECC: Ich brauche Nachweis über die Auszahlung ihres Geldes, Passport und Flugticket.
Ich: Und dann bekomme ich die US$ ?
ECC: Ja, aber wir rufen Sie an.
Ich: Wieso müssen Sie mich anrufen ?
ECC: Weil wir die US$ erst besorgen müssen.

Das war übrigens schon der dritte Versuch an US$ zu kommen. Bei einem anderem ExChangeBüro funktionierte der Drucker nicht und der Sicherheitsmann wäre gerade in der Pause, da könne Sie nicht auszahlen. Und sprach die ganze Zeit von irgendeinem Nachweis, wo mir der Zusammenhang aber nicht wirklich klar wurde, bis zum heutigem Versuch.
Die FNB Bank, wo ich mein Konto habe, erzählte mir irgendetwas von einem Vertrag, den ich mit der Bank abschließen müsse und dann würde man mir dauerhaft 800 US$ bereit halten. Da haben sich 25 Minuten warten echt gelohnt.

Komisch, In Deutschland, Vietnam und Kambodscha gehe ich an den Schalten, Geld und Passport hinlegen, anderes Geld nehmen und fertig. In Afrika muss das komplizierter sein.

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